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Mindestlohn und UBER haben mich zu dieser Seite gebracht.

Taxi ./. UBER

   1986 hab ich meine erste Schicht gefahr'n. City-Funk, einer von damals vier Funkvermittlern; und die MB C-Klasse war gerade auf den Markt gekommen. Berlin war geteilt. Diese Mauer sollte noch hundert Jahre bestehen. Es kam anders und fixer war'n die Geschäftemacher als jede Gesellschaft darauf re(a)gieren kann. Mittlerweile kannibalisiert UBER in grenzenloser Renditehatz. Die Kollegen in London haben dazu ein kurzes Video gedreht; solches lässt sich mittlerweile auch in Berlin beobachten.
Ein trutziger Anlauf sich zu erwehren ist eine DokumentationsApp des Berliner Taxi Verbandes, die Ort und Zeit der UBERfahrzeuge durch ein Photo mit dem Mobiltelephon festhält, sowie die Daten zur weiteren Verarbeitung an einen zentralen Server sendet. Bei achttausend Taxen auf den Straßen erschaut man dadurch schon ein deutliches Bild der UBERflotte.
   Es war der 'große' Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg (*16. Februar 1620 in Cölln; † 9. Mai 1688 in Potsdam) aus dem Haus Hohenzollern, Markgraf von Brandenburg, Erzkämmerer und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches, Herzog in Preußen, Pommern und Kleve sowie Fürst in Minden und Halberstadt welcher mit Erlaß des Reglements „Wie es mit denen Sänfften in der Churfürstlich Brandenburgischen Residenz von 1. Jan. An. 1688 an gehalten werden soll“ dem heutigen ÖPNV einen Grundstein legte. Wenige Jahre später kam die wohl erste Beschreibung von Carl Christian Schramm (Nürnberg, 1737) hinzu.
Berlin war wachsend zu dieser Zeit; die Ansiedlung der in Frankreich mit dem Tod bedrohten Hugenotten musste gemanagt werden. Und so trugen wohl mehr als zwei Dutzend von Ihnen die ersten 12 Konzessionen für Sänften zwischen den Halten Schloß, Rathaus Berlin und Rathaus Friedrichswerder. Kunden waren sicherlich diejenigen, die sich keine eigenen Lakaien zum Tragen einer persönlichen Sänfte leisten konnten, sicherlich auch damals schon erste Besucher, heut' sagt man Touristen, der Stadt.
Und gute dreihundert Jahre später kommt ein kalifornisches Unternehmen, genauer ein in San Francisco beheimatetes Unternehmen und schert sich kein bischen um die Regeln, Gesetze und Kompromisse hier in dem 'alten' Europa. Mich lächelt's, ob der pubertären Attitüde die Gesetze hier wären aus dem 'Zeitalter' vor dem Internet.
   Und worin besteht nun der Unterschied zwischen einem Taxi und einem Mietwagen, derer sich UBER mittlerweile in die Tausende zu zählende bedient? Die Taxikonzession erlaubt die freie Aufnahme von Fahrgästen im gesamten Pflichtfahrgebiet, ja eine Taxe muss sogar den Transport durchführen. (Beförderungspflicht). Damit dies mit ausreichendem Angebot für die Fahrgäste verbunden ist gibt es eine Betriebspflicht, die in Bereitstellung an den Taxihalten schon erfüllt wird. Und last not least muss dies auch noch zu festgelegten Preisen erfolgen. (Tarifpflicht) Immer die preisgünstigste Strecke zu wählen ist dann die hohe Kunst der Ortskunde. Dem Churfürsten sei hier ein später Dank gezollt.
   Anders ein Mietwagen, der nur mit einem Auftrag vom Hof fährt und dann noch einen Folgeauftrag von seinem Betrieb fernmündlich übernehmen kann. Da es keine Preisbindung gibt ist nur ein Wegstreckenzähler Pflicht. Und dannach wieder zum Hof zurückfährt. Dies soll eine Vermischung der beiden Personenbeförderungsarten mit dem PKW verhindern.
   Leider ist UBER kein faires Unternehmen, wie schon ein Überfliegen des Wikipediaartikels deutlich zeigt. Zu dem dort u. a. beschriebenen 'surge-pricing' kommt in ereignislosen Zeiten noch das massive Wildern im Taxigewerbe durch illegale Bereitstellung. Die digitale Fahrgastselektion bildet dann die asoziale Spitze des Eisbergs. weiterlesen...


   "Vor allem die monopolartigen Strukturen der großen Plattformunternehmen, wie sie sich in den letzten beiden Jahrzehnten insbesondere in der Digitalwirtschaft herausgebildet haben, stellen neue Herausforderungen an die ökonomische und soziale Nachhaltigkeit tradierter Geschäftsmodelle und werfen Fragen nach der Unternehmensbesteuerung auf. Eine Besteuerung dieser Plattformen ist dem Grunde nach sinnvoll, wenngleich sich strukturelle Fragen nach der Erhebungsgrundlage und dem Ort der Besteuerung stellen. Zielsetzung muss eine gerechte Steuerpolitik auf möglichst globaler, zumindest aber auf OECD-Ebene sein. Falls dies zeitnah nicht möglich ist, ist eine Regelung auf europäischer Ebene anzustreben. Eine solche Steuerpolitik sollte der Plattformökonomie einen regulatorischen Rahmen setzen und den globalen Wettbewerb in seiner Vielfalt ermöglichen." Empfehlung des Rates für Nachhaltige Entwicklung an die Bundesregierung

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